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So., 07. Apr.

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Gutshaus Dummerstorf

Verklärte Nacht

Streicherkammermusik von Mozart und Schönberg

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Verklärte Nacht
Verklärte Nacht

Zeit & Ort

07. Apr. 2024, 18:00

Gutshaus Dummerstorf, Hof 4, 18196 Dummerstorf, Deutschland

Über die Veranstaltung

Die beiden wunderbaren HMT-Professoren Stefan Hempel (Violine) und Piotr Szumieł (Viola) werden mit Studierenden der HMT zwei herausragende Werke der Streicherkammermusik erklingen lassen:

Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquintett g-moll KV 516

Im g-Moll-Streichquintett, KV 516, dringt der spezifische Ton des Mozartschen g-Moll in die Kammermusik ein: ein von tiefer Trauer über unterschwellige Erregung bis zum Verzweifelungsausbruch reichender Affektradius. Es kann „in jeder Hinsicht und in jedem Satz als ein revolutionäres Werk bezeichnet werden, was übrigens nicht heißt, daß es etwa eine Revolution in der Musik ausgelöst hätte“ (Marius Flothuis). Der Spannungsbogen vom ersten Satz bis zur langsamen Einleitung des Finales bezeichnet ein Vordringen in immer tiefere Regionen des Leids, ohne dass Mozart autobiographisch eigenes Leid hätte darstellen wollen. Das Stück wirkt vielmehr wie eine Meditation über den Tod, ein Thema, das Mozart seit 1787 zunehmend verfolgte.

Arnold Schönberg: Streichsextett op.4 "Verklärte Nacht"

Das Gedicht, das Schönberg in seiner "Verklärten Nacht" musikalisch nacherzählt, wird zwar vom Staatsanwalt nicht beanstandet, doch anstößig ist es allemal. Ein frischverliebtes Paar unterhält sich beim nächtlichen Spaziergang. Sie gesteht, dass sie von ihrem Ex-Freund schwanger ist. Er schaut schweigend in den Sternenhimmel und sagt dann, dass er dem Kind ein guter Stiefvater sein will. Dehmel drückt das natürlich viel poetischer aus. Schönberg wiederum inspiriert der zweitklassige Text zu einem Meisterwerk. Suggestiv wird in Tönen ein Drama der Gefühle erzählt, das auch ohne Kenntnis der Vorlage in Bann zieht. Programmmusik in Kammerbesetzung – das ist neu. Von Strauss und Wagner kommt die kühne Harmonik, von Brahms die meisterhafte Verarbeitung der Motive.

Stefan Hempel ist einer der vielseitigsten Geiger seiner Generation, er gewann als Solist zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben wie dem Max Rostal- Violinwettbewerb und dem Michael Hill International Violin Competition. Seine Konzerttätigkeit als Violinist des Morgenstern-Trios erstreckt sich auf nahezu alle Kontinente, mit zahlreichen Debuts in den wichtigsten Konzerthäusern wie dem Wiener Musikverein, Concertgebouw Amsterdam, der Carnegie Hall (NY), Lincoln- und Kennedy- Center, Ilshin Hall, Seoul.

Seine künstlerische Ausbildung genoss er bei Stephan Picard und Eberhard Feltz (Kammermusik) an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Nach Lehrtätigkeiten an den Musikhochschulen Hanns Eisler Berlin und Stuttgart wurde Stefan Hempel 2010 als einer der jüngsten Professoren Deutschlands an die Hochschule für Musik und Theater Rostock berufen.

Viele seiner Studierenden sind u.a. Preisträger internationaler Wettbewerbe und haben vordere Positionen bei namhaften Orchestern in Deutschland. 

Piotr Szumieł, 1977 in Warschau geboren, gehört zur Gruppe der vielseitigsten Bratschisten seiner Generation. Bereits in jungen Jahren war er Träger zahlreicher renommierter Preise bei internationalen Wettbewerben, unter denen besonders der Sieg im Jan Rakowski Viola Wettbewerb in Posen 1998, der Sonderpreis beim 36. Internationalen Instrumentalwettbewerb in Markneukirchen 2001, ein 2. Preis beim 9. Internationalen Johannes Brahms Wettbewerb 2002 im österreichischen Pörtschach sowie der 3. Preis beim Internationalen Violawettbewerb in Wien 2004 Erwähnung verdienen.

In den Jahren 2002 – 2008 war er Mitglied und Solobratschist der Dresdner Philharmonie und des Philharmonischen Kammerorchesters Dresden, daneben ist er gesuchter Juror und Lehrer auf Meisterkursen. Piotr Szumiel betreibt seit vielen Jahren eine sehr intensive pädagogische Tätigkeit - er ist Dozent für Bratsche und Kammermusik an der Carl-Maria-von-Weber Hochschule für Musik in Dresden (seit 2005), in den Jahren 2013-2018 war er Dozent an der Karol Szymanowski Musikakademie in Katowice und ab Oktober 2019 an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock, wo er seit April 2020 Professor ist. Piotr Szumieł spielte u.a. in der Londoner Wigmore Hall, der Berliner Philharmonie, der Wiener Konzerthaus und dem Wiener Musikverein, Megaron in Athen, der Kölner Philharmonie, Citè de la musique Paris, Palais des Beaux Arts Brüssel, Konserthuset Stockholm, Concertgebouw Amsterdam, der Warschauer Philharmonie u.v.m.

Als Kammermusiker hat er mit folgenden Künstlern zusammengearbeitet: Alena Baeva, Martin Fröst, Gabriela Montero, István Várdai, Garrick Ohlsson, Vadym Kholodenko, Valentin Erben, Nils Mönkemeyer, Kevin Kenner, Igor Levit, Per Arne Glorvigen, Jörg Widmann, Charles Richard-Hamelin, Polina Leschenko, Ewa Kupiec.

Als Solist arbeitet Piotr Szumieł mit Dirigenten wie José Maria Florêncio, Vladimir Kiradjiew, Anu Tali, Gérard Korsten, Hugh Wolf, Teowyn Evans, Ernst Kovacic, Petri Sakri, Baldur Bronnimann und er trat mit zahlreichen Orchestern auf, u. a. der Dresdner Philharmonie, dem BBC Symphony Orchestra, dem Radio Symphonieorchester Wien, dem Philharmonischen Kammerorchester Dresden, dem BBC National Orchestra of Wales und dem National Rundfunk Sinfonieorchester Kattowitz.

Piotr Szumieł studierte an der Fryderyk Chopin Musikakademie seiner Heimatstadt in der Violaklasse von Prof. Stefan Kamasa, wo er seine Ausbildung 2001 mit Auszeichnung abschloss. Im Anschluss studierte er an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Prof. Wolfgang Klos Viola sowie Kammermusik bei Prof. Johannes Meissl, auch hier schloss er seine Studien 2010 mit Auszeichnung ab.

Neben seiner solistischen und didaktische Tätigkeit widmet er sich intensiv dem in 2006 gründeten „Apollon Musagète Quartett”. In den nunmehr zwei Jahren seines Bestehens verschaffte sich dieses Ensemble nicht nur herausragendste Anerkennung bei Kritikern, sondern auch bei den Jurys bedeutender Musikwettbewerbe. Nach Siegen bei internationalen Musikwettbewerben in Wien und Florenz etablierte sich das Quartett spätestens nach dem Erhalt des 1. Preises und beinahe aller Sonderpreise beim 57. Internationalen Musikwettbewerb der ARD schnell als feste Größe innerhalb der europäischen Musikszene.

Piotr Szumieł ist Preisträger des Stipendienprogramms des Ministers für Kultur und nationales Erbe "Junges Polen" und des "Burletti Buitoni Trust Award" (2014) für herausragende künstlerische Leistungen, die mit dem "Apollon Musagete Quartett" erzielt wurden.

Der Künstler führte Workshops und Meisterkurse in Österreich, Deutschland, Hongkong und Polen durch. Er nahm an der Arbeit der Jury an internationalen Bratschen- und Kammermusikwettbewerben in Shanghai, Hongkong, Katowice und Meißen teil.

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