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KULTUR IM GUTSHAUS DUMMERSTORF

Perfect Happiness?

So., 01. Feb.

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Gutshaus Dummerstorf

Romantische Werke aus Leipzig für Fagott und Klavier mit David Petersen (Fagott) und Lilit Grigoryan (Klavier)

Perfect Happiness?
Perfect Happiness?

Zeit & Ort

01. Feb. 2026, 18:00

Gutshaus Dummerstorf, Hof 4, 18196 Dummerstorf, Deutschland

Über die Veranstaltung

Mit „Perfect Happiness?“ präsentieren Lilit Grigoryan und David Petersen am 6. Februar 2026 ihr

erstes gemeinsames Album beim Label Berlin Classics – ein musikalisches Statement, das die romantische

Musiktradition Leipzigs in neuer Klangfarbe erstrahlen lässt und lassen es zuvor bei uns im Guthaus erklingen.

Das Programm vereint drei herausragende Werke, die in dieser Besetzung selten oder erstmals zu hören sind: Den Auftakt bildet Felix Mendelssohn Sonate für Klavier und Violoncello Nr. 1 in B-Dur, op. 45 – hier in einer Version für Klavier und Fagott, die den lyrischen und gesanglichen Charakter des Originals in einen spannenden Dialog zwischen Tasten und Klappen

überführt. Es folgt das Grand Duo Concertant in B-Dur, op. 34 von Ignaz Moscheles, einem Lehrer und Freund Mendelssohns, der als Komponist die Leipziger Romantik perfekt abrundet, zumal er eben dieses Werk für

Klavier und Fagott komponiert hatte. Moscheles hat das Duo selbst oft aufgeführt und sich einen virtuosen,

ansprechenden Klavierpart geschrieben. Der Fagottpart ist den instrumentalen Möglichkeiten der damaligen

Instrumente gut angepasst, überrascht aber durch die hohe Lage, die in jener Zeit sicher sehr

schwer spielbar war und heute noch jeden Fagottisten herausfordert. Dennoch dominiert das

Klavier eindeutig die Komposition und verleiht dem Werk eine besondere Strahlkraft. Die

kammermusikalische Verbindung zu Mendelssohn und Schumann wird so auf faszinierende

Weise unterstrichen.

Den emotionalen Kern des Albums bilden Robert Schumanns Kinderszenen, op. 15, deren

poetische Miniaturen in einer neuen Bearbeitung für Fagott und Klavier erklingen. Petersen

und Grigoryan haben mit großer Sorgfalt und musikalischer Neugier diese Stücke für ihre

Besetzung arrangiert und eröffnen damit eine frische, atmende und liedhafte Perspektive auf

Schumanns berühmten Klavierzyklus. Für Musikerinnen und Musiker besonders interessant:

Die vollständigen Noten dieser Bearbeitung sind für alle Interessierten

unter www.kinderszenen-fagott.de erhältlich.

Das Album ist damit weit mehr als eine Sammlung romantischer Kammermusik. Es ist eine

Entdeckungsreise durch die Leipziger Musikgeschichte, ein künstlerisches Statement für

Offenheit und Neugier, für die Freude am gemeinsamen Musizieren und die Suche nach neuen

Ausdrucksformen. Die Auswahl der Werke spiegelt den Geist einer Epoche, in der

Freundschaften und künstlerische Inspirationen zwischen Mendelssohn, Moscheles und

Schumann das Musikleben prägten – und in der heute, in der Begegnung von Klavier und

Fagott, neue Glücksmomente entstehen.

Eine besondere Bedeutung kommt dem Fragezeichen im Titel „Perfect Happiness?“ zu. Die

Künstler greifen damit die zentrale Thematik des Albums auf: Das berühmte fünfte Stück der

Schumannschen Kinderszenen heißt „Glückes genug“ – doch Grigoryan und Petersen stellen

bewusst die Frage, ob es wirklich „perfektes Glück“ gibt, gerade in der Musik und in der Suche

nach neuen Ausdrucksformen. Im Booklet reflektieren sie: „Glückes genug – Perfect

happiness? Für Klavier und Fagott? Welcher Pianist würde sich die schönsten Melodien der

Kinderszenen, wo der fünfte Titel ‚Glückes genug‘ lautet, aus den Fingern nehmen lassen!?

Aber warum? Weil es für das solistische Fagott kaum romantische Musik gibt, Leipziger Stars

der Romantik uns aber so ans Herz gewachsen sind, dass wir es wagen, neue Klänge undSichten zu erproben. Glückes genug für einen (Leipziger) Fagottisten.“ Das Fragezeichen im

Titel ist also Ausdruck der künstlerischen und menschlichen Suche nach Glück, nach Sinn und

nach musikalischer Erfüllung – und stellt die romantische Idee des vollkommenen Glücks zur

Diskussion. Die Künstler laden das Publikum ein, über das eigene Glück nachzudenken und

es im gemeinsamen Hören und Erleben zu entdecken.

David Petersen, seit 1992 Solofagottist des Gewandhausorchesters Leipzig, kennt das Fagott

in all seinen Facetten. Er ist nicht nur ein gefragter Solist und Kammermusiker, sondern auch

Professor für Fagott an der Hochschule für Musik und Theater Rostock und als Juror und

Dozent international tätig. Die armenisch-deutsche Pianistin Lilit Grigoryan hat sich in den

letzten Jahren als feste Größe in der europäischen Musiklandschaft etabliert. Maria João Pires

lobt ihre „außergewöhnliche Ausdruckskraft und eine klare, entschiedene musikalische

Sprache“, der MDR feiert sie als „Lichtblick im Feld austauschbarer Pianistik“. Auch das BBC

Music Magazine hebt ihre Interpretationen hervor: „eine für ihr Alter überraschende Reife“. Ihre

Diskografie umfasst gefeierte Einspielungen von Scarlatti, Schumann, Bartók, Mompou und

Mendelssohn, und ihre Zusammenarbeit mit Künstler*innen wie Viviane Hagner, Maria João

Pires und Karolina Errera zeugt von Vielseitigkeit und Offenheit. Erst kürzlich wurde sie als

Professorin an die Hochschule für Musik & Theater Rostock berufen.

Die Bearbeitung der Kinderszenen für Fagott und Klavier ist eine Hommage an die liedhafte

Struktur dieser Stücke. Schumann selbst schrieb 1838 an Clara Wieck: „…ich käme Dir

manchmal wie ein Kind vor…“ – und in dieser kindlichen Schlichtheit, befreit von Pathos und

Gefühlsüberschwang, suchen die beiden Musiker ihr Glück. Die Melodien werden atmend und

bläserisch interpretiert, der Dialog zwischen Klavier und Fagott eröffnet neue Farben und

Perspektiven. „Wenn Sie nun beim Hören etwas Glück empfinden, dann ist es uns ‚Glückes

genug‘“, schreiben Grigoryan und Petersen – und laden ihre Hörer ein, sich von der Musik

berühren und inspirieren zu lassen.

„Perfect Happiness?“ ist ein musikalisches Experiment, ein Statement für die Freude am

gemeinsamen Musizieren und die Suche nach neuen Ausdrucksformen. Die Künstler zeigen,

wie viel Glück darin liegen kann, vertraute Werke in ungewohnter Besetzung neu zu erleben

und damit Horizonte zu erweitern – für sich selbst und für ihr Publikum. Die Leipziger Romantik,

die Freundschaften und Spannungen zwischen Schumann, Mendelssohn und Moscheles, die

Herausforderungen des Musikerlebens damals wie heute – all das spiegelt sich in den Werken

und Arrangements dieses Albums wider. Es ist eine Einladung, die Musik mit offenen Ohren

und Herzen zu genießen – und vielleicht ein Stück „Glückes genug“ zu finden.

 www.lilitgrigoryan.com

http://www.davidpetersenbassoon.com


Der Eintritt ist wie immer frei.

Wir bitten um Spenden zugunsten des Vereins!




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Kultur im Gutshaus Dummerstorf e.V.   •   Hof 4a   •   18196 Dummerstorf

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